Ende 2019, zur Weihnachtszeit, haben wir uns wieder die Frage gestellt, wie wir mit den immer schärferen Compliance-Regelungen umgehen: Einerseits hätten wir unseren Kunden gerne mit einer kleinen Aufmerksamkeit Danke für die gute Zusammenarbeit gesagt, andererseits sind selbst Kleinigkeiten mittlerweile nicht mehr frei von Kritik. Kurzerhand haben wir uns – im Sinne unserer Kunden – für eine Spende an den Landesbund für Vogelschutz (lbv) entschieden.

Die lbv-Kreisgruppe Augsburg hat uns – unter anderen – auch diese Naturschutz-Projekte vorgeschlagen:

  • Brutplätze für den vom Aussterben bedrohten Wendehals
  • Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensräume für die Kreuzkröte (Lehmgrube bei Glon)

Beide Projekte unterstützen die Artenvielfalt in unserer Region. Sowohl der Wendehals als auch die Kreuzkröte sind vom Aussterben bedroht. Die Entscheidung war schnell gefallen: Wir unterstützen beide Naturschutz-Projekte. Sie passen zu unserer Einstellung und zu den Naturschutz-Aktivitäten auf unseren eigenen Freiflächen.

lbv Naturschutzprojekt Lebensraum für die Wechselkröte in Glon - unterstützt von deka messebau 2019/2020

Mit dem Bagger werden Flachteiche abgeschoben und Winterquartiere in 1A-Lage erstellt…

Foto: lbv, Kreisgruppe Augsburg.

lbv Naturschutzprojekt Lebensraum für die Wechselkröte in Glon - unterstützt von deka messebau 2019/2020

Folien im Untergrund helfen, dass die Teiche in regenarmen Zeiten nicht trocken fallen … im Hintergrund: Steilwände für Wildbienen

Foto: lbv, Kreisgruppe Augsburg.

lbv Naturschutzprojekt Lebensraum für die Wechselkröte in Glon - unterstützt von deka messebau 2019/2020

In voller Schönheit: Eine Kreuzkröte, fotografiert von Ralph Sturm

Foto: lbv Bildarchiv

Die Maßnahmen in der Lehmgrube bei Glon wurden im März 2020 abgeschlossen: Rechtzeitig zur Paarungszeit der Kreuzkröten!
Den folgenden Text haben wir vom lbv Augsburg erhalten! – Er beschreibt auf unterhaltsame Art und in einer so bildhaften Sprache das Projekt, dass wir ihn 1 zu 1 übernommen haben!

Viel Vergnügen beim Lesen!

Voller Einsatz für die Wechselkröte!

Kaum einer anderen Amphibienart geht es in Bayern so bedrohlich „an den Kragen“ wie der Wechselkröte. Als ausgeprägte Sonnenanbeterin ist sie von jeher eine seltene Bewohnerin bayerischer Gefilde, bei uns ist es ihr eher zu kalt, zu feucht, die Vegetation nicht schütter genug. Heutzutage muss sie sich aber zusätzlich mit einem großen Mangel an geeigneten Laichgewässern, der starken Verinselung ihrer restlichen Vorkommen oder der zunehmenden Straßenverkehrsdichte herumplagen – und das sind nur ein paar ihrer Probleme. Auch in unserem Wechselkrötenbiotop bei Glon – dem letzten Bestand Schwabens – war die Prognose für den grün gefleckten Lurch lange Zeit düster.

Doch nun besteht wieder Hoffnung! Geneigte Leser dieser Homepage sind bereits im Bilde, dass wir letztes Jahr eine behördliche genehmigte „Lieferung“ von Krötenlaich in Empfang nehmen durften. Tausende Kröteneier und -larven aus einer offiziellen Nachzucht sorgen hoffentlich für „Frischblut“ und stimmen uns optimistisch, dass es sich nach wie vor lohnt, sich für die Wechselkröte in Glon mit voller Kraft einzusetzen!

Allerdings ist das mit dem Wechselkröte-Retten nicht ganz einfach! Schon so manche Maßnahme wurde ausprobiert, viel Gehirnschmalz, Muskelkraft und auch mancher Euro sind ins Wechselkrötenbiotop geflossen – und hatten nicht den erhofften Erfolg. Krötenrettung ist eine moderne Sisyphus-Arbeit: Was früher bei Sand- und Tongruben im laufenden Abbaubetrieb en passant passierte, muss heutzutage meist aufwändig und am besten mit großem Gerät, sprich dem Bagger, immer wieder nachgeahmt werden; denn am liebsten sind der kleinen Kröte zum Laichen flache, voll besonnte und vegetationsarme kleinere Gewässer, die gerne auch mal austrocknen dürfen. Frei von Fressfeinden sollten sie außerdem sein, sonst bleibt der Nachwuchs ebenfalls aus. Die Wunschliste geht aber noch weiter: Als nachtaktives Tier braucht die Wechselkröte tagsüber gute Verstecke vor Feinden, seien es Ast- und Steinhäufen oder Wurzelstöcke, unter denen sie sich im lockeren Boden eingraben kann. Und dann ist da noch das Winterquartier: auch hier hat der Lurch so seine genauen Vorstellungen, in welches Heim er denn zieht, wenn’s zapfig wird! Und über diesen ganzen Lebensraumansprüchen steht schließlich noch der Schutz vor den zahlreichen Feinden wie Fischen, Insekten oder auch diverse Vogelarten. Ganz schön diffizil, die Angelegenheit!

Doch wir haben uns ins Zeug gelegt für unsere alten und neuen kleinen Wechselkröten. Übers Winterhalbjahr wurde das Biotop ganz nach dem Geschmack der Wechselkröte optimiert. Was ein Uneingeweihter vielleicht als Übungsgelände für besonders feinfühlige Baggerfahrer identifizieren würde, ist genau nach den Vorlieben unserer Lurche: Für sie wurden neue Flachteiche abgeschoben und Winterquartiere in 1A-Lage geschaffen. Ausgelegte Teichfolien sollen bewirken, dass die Laichgewässer zuverlässig auch während zu erwartender Trockenphasen genug Wasser führen. Und wo der Bagger schon mal da war, wurden nebenbei auch noch kleine Steilwände für Wildbienen geschaffen.

Nun kann sie also kommen, die Krötenzeit! Ab April beginnt die Laichzeit, dann hoffen wir, wieder das trillernde Rufen der Männchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen ertönen zu hören. Das wäre der schönste Lohn all der Mühen! Passenderweise wird 2020 übrigens eine Kartierung der Wechselkrötenbestände in unserem Biotop durchgeführt.

Zu guter Letzt sei nun aber der deka messebau aus Augsburg aufs Herzlichste gedankt! All die genannten Maßnahmen für die Wechselkröte im zurückliegenden Winterhalbjahr wurden von deka messebau finanziert. Wir freuen uns über diese rundum gelungene und befruchtende Zusammenarbeit mit einer regionalen Firma, die schon seit geraumer Zeit den Arten- und Biotopschutz für sich entdeckt hat und dabei mutig auf neuen Wegen voranschreitet. Mehr zur Zusammenarbeit und den ungewöhnlichen Ideen der deka messebau gibt es hier. Vielen Dank an alle Unterstützer, Mitwirkende und Entscheidungsträger! Nachahmer sind natürlich jederzeit herzlich willkommen!

Text: Frau Blacha, lbv / Kreisgruppe Augsburg

Mehr Fotos zum Projekt
und Infos zu den Projekten des lbv, Kreisgruppe Augsburg, finden Sie auf deren Webseite!